Für die Mit­a­r­bei­ten­den

Der stetige Wandel in der Energiebranche fordert von den Mitarbeitenden wie von ihrer Arbeitsumgebung, dass sie anpassungsfähig und flexibel bleiben. Im Projekt «Arbeitswelt 4.0» geht es darum, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die sich optimal auf sich ändernde Bedürfnisse abstimmen lassen.

Die Möglichmacher

Die Energiebranche befindet sich im Wandel und mit ihr wandeln sich Energie Wasser Bern und seine vielen Mitarbeitenden. Sie erarbeiten sich neue Kompetenzen und gewinnen neue berufliche Perspektiven. Es entstehen neue Stellenprofile. Das bedingt wiederum eine Arbeitswelt, die sich den immer ändernden Gegebenheiten anpasst.

Neue Fähigkeiten und bewährtes Können

Die erneuerbaren Energien stellen die Versorgung auf den Kopf; sie fliessen nicht mehr auf einer Einbahnstrasse von grossen Produktionsstandorten über die Verteilnetze zu den Verbrauchern. Die neuen Systeme und Prozesse sind wesentlich komplexer. Es gibt nicht mehr DIE Standardlösung, stattdessen geht es um die Frage, wie das optimale Energiesystem für die Stadt Bern als Ganzes aussieht.

Diese Gesamtperspektive braucht es einerseits, um das Energiesystem im Sinne der Energiestrategie 2050 und des städtischen Energierichtplans umzubauen, und andererseits, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. «Systemoptimierer» ist allerdings weder ein Ausbildungsberuf noch ein Studienfach. Zugleich braucht es hierzu ein breites Fachwissen, sowohl bezüglich Netzinfrastruktur und -konvergenz als auch bezüglich Energieproduktion – über alle Medien hinweg. Energie Wasser Bern sucht die dafür notwendigen Talente und Fähigkeiten sowohl in der eigenen Belegschaft als auch bei Neueinstellungen und unterstützt mit Weiterbildung.

Gleichzeitig ist aber auch das bewährte Können der Mitarbeitenden unverzichtbar. Es ist nicht zuletzt die verstärkte Zusammenarbeit über die Fachgrenzen und Zuständigkeiten hinweg, die vieles in Bewegung setzt, Ansätze zur Verbesserung gibt und das Unternehmen zukunftsfähig macht.

Agilität dank mehr Austausch

Deshalb will Energie Wasser Bern seine handwerklichtechnischen und administrativen Bereiche unter einem Dach vereinen. Die für Ende 2024 geplante Zentralisierung auf dem Areal in Ausserholligen soll ideale Bedingungen für die Zusammenarbeit von Fachleuten aller Disziplinen schaffen und unterschiedliche Arbeitsweisen fördern, um noch mehr Synergien zu nutzen. Dabei muss das neue Gebäude das können, was heute auch von Mitarbeitenden gefordert wird: anpassungsfähig und flexibel bleiben.

Im Projekt «Arbeitswelt 4.0» geht es darum, im Hinblick auf die Zentralisierung ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das optimal auf die verschiedenen Bedürfnisse der Mitarbeitenden abgestimmt ist: Anstelle fixer Arbeitsplätze sollen sie jeweils denjenigen Arbeitsort wählen können, der ihre aktuelle Tätigkeit bestmöglich unterstützt. Die neue Arbeitswelt soll zudem den Austausch und die Begegnungsmöglichkeiten fördern und zukünftige Anpassungen rasch und unkompliziert ermöglichen.

Pilotversuch unter Realbedingungen

Seit dem Berichtsjahr testen Mitarbeitende des Bereichs Marketing & Verkauf das Konzept auf seine Praxistauglichkeit. Viele Aspekte davon wurden pandemiebedingt sehr schnell vom Grossversuch zur Normalität. Die Coronakrise verlieh der neuen Arbeitswelt einen zusätzlichen Digitalisierungsschub und zeigte auf, wie schnell sich eine Arbeitssituation ändern kann.

Ein Grund mehr, weshalb Energie Wasser Bern in seiner zukünftigen Arbeitswelt auf maximale Flexibilität und gleichzeitig auf sein grösstes Kapital setzt: nämlich die Mitarbeitenden, die den Wandel überhaupt erst möglich machen.


Flavia-Wasserfallen-und-Kolinda-Kropf

Flavia Wasserfallen, Vertreterin der Arbeitnehmenden im Verwaltungsrat, und Kolinda Kropf, Diversity-Managerin

Vielfalt als Chance

Die Arbeitswelt von morgen stellt Unternehmen und Mitarbeitende vor grosse Herausforderungen. Dazu gehören beispielsweise auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, das Altern der Gesellschaft, die Globalisierung, die Frauenförderung sowie der sich abzeichnende Fachkräftemangel. Diese gesellschaftlichen Entwicklungen führen dazu, dass zunehmend Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Vorstellungen zusammenarbeiten.

Um neue Ansätze in einer sich schnell verändernden Welt zu finden, ist es von Vorteil, wenn im Unternehmen viele unterschiedliche Erfahrungen, berufliche Kompetenzen und persönliche Blickwinkel zusammenkommen. Vielfalt in der Belegschaft eröffnet neue Chancen. Um diese optimal zu nutzen und den unterschiedlichen Bedürfnissen noch besser entsprechen zu können, will Energie Wasser Bern dem Thema «Diversity Management» ein grösseres Gewicht geben. Denn Diversität entsteht nur selten zufällig.

Deshalb hat das Unternehmen 2020 eine Diversity-Managerin für diese wichtige Aufgabe eingesetzt. Sie ist neu Ansprechpartnerin – nach innen wie nach aussen – bei allen Fragen zu betrieblichen Massnahmen rund um die personelle Vielfalt. So möchte Energie Wasser Bern zusätzliches Potenzial für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens nutzen.

Amanda Burri

Amanda Burri, Lernende Netzelektrikerin

Gewissenhafter Ausbildner

2020 beschäftigte Energie Wasser Bern 23 Lernende in sieben Lehrberufen. Vier davon absolvieren eine Sportlehre. Es ist ein grosses Anliegen des Gesamtenergiespezialisten, ihnen allen eine qualitativ hochstehende Ausbildung zu garantieren. Dabei werden das Ausbildungsangebot und die Anzahl Lehrstellen laufend ausgebaut. Zusätzlich engagiert das Unternehmen immer wieder Praktikanten der Stiftung Rossfeld oder der GEWA. Auch für kurzfristige Lösungen bietet Energie Wasser Bern Hand und hat im Berichtsjahr einen Lernenden Metallbauer übernommen, dessen Lehrbetrieb verkauft wurde, sowie einen Praktikanten, der das Qualifikationsverfahren in seinem früheren Lehrbetrieb nicht bestanden hat und seinen Abschluss nun beim Energieversorger wiederholen kann.


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