Ber­ner Pio­nier­geist für eine bes­se­re Ener­gie­bi­lanz

Die Fernwärmeproduktion der Energiezentrale Forsthaus reicht mittelfristig nicht mehr aus um die Stadt Bern zu versorgen. Deshalb will Energie Wasser Bern die Abwärme aus der Anlage noch effizienter nutzen; beispielsweise durch den geplanten Geospeicher.

Der Ausbau der Berner Fernwärmeversorgung verlangt nach einer noch effizienteren Verwertung der Abwärme aus der Energiezentrale Forsthaus. Mit einem Geospeicher will Energie Wasser Bern diese Energie noch besser nutzen. Im Sommer soll die überschüssige Wärme in Form von heissem Wasser in Sandsteinschichten in 500 Metern Tiefe gespeichert werden. Im Winter lässt sich das heisse Wasser wieder an die Oberfläche pumpen und ins Fernwärmenetz einspeisen. Auf diese Weise kann Energie mit einer Leistung von bis zu 10 Megawatt thermisch gespeichert und zurückgewonnen werden.

Bohrbeginn im Sommer 2021

Der geplante Berner Geospeicher ist in dieser Form schweizweit einmalig und erfordert ein umfassendes Ausschreibungs- und Bewilligungsverfahren. Dieses wurde in der ersten Hälfte des Berichtsjahres erfolgreich abgeschlossen. Dazu gehörte auch, dass sämtliche Anspruchsgruppen – insbesondere die Behördenvertreterinnen und -vertreter sowie die Anwohnerinnen und Anwohner – umfassend über das Bauvorhaben informiert wurden. Im September 2020 begannen dann die Installationsarbeiten auf dem Gelände der Energiezentrale. Zuerst wurde der Bohrkeller gebaut, der später die Bohranlage tragen muss. Ende Jahr folgte die Bauabnahme. Ausserdem war die Anschaffung eines speziellen Bohrgeräts notwendig. Dieses wurde im Frühling 2021 geliefert, sodass Energie Wasser Bern die Bohranlage im Sommer installieren und mit den ersten Bohrungen beginnen kann.

Wärmespeicherpotenzial prüfen

Damit der Geospeicher gebaut und betrieben werden kann, braucht es umfassende Informationen zu den verschiedenen Gesteinsschichten und ihrem Wärmespeicherpotenzial. Hierfür werden in einem ersten Schritt Sondierbohrungen vorgenommen, die Erkenntnisse über die Hydrogeologie liefern. Danach folgt eine umfassende Testphase, in der die Funktionsfähigkeit und die Betriebsstabilität der Anlage über verschiedene Zyklen überprüft werden. Der Schutz des Grundwassers und der waldnahen Umgebung hat für Energie Wasser Bern dabei höchste Priorität und wird mittels verschiedener Monitoringmassnahmen laufend überwacht. Bei planmässigem Verlauf des Projekts kann der Geospeicher voraussichtlich 2025 in das Fernwärmenetz eingebunden werden.


ewb.ch/geospeicher

Illustration eines Geospeichers