Jah­res­be­richt des Fonds für er­neu­er­ba­re Ener­gi­en

Der Fonds für erneuerbare Energien wird durch einen Rückbehalt von mindestens zehn Prozent des jährlich durch Energie Wasser Bern an die Stadt auszuschüttenden Gewinns finanziert. Mit diesen Mitteln werden Projekte zur aktiven Förderung von erneuerbaren Energien unterstützt.

Zweck und Finanzierung des Ökofonds

Der städtische Leistungsauftrag an Energie Wasser Bern verpflichtet das Unternehmen zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen nach den Vorgaben von Artikel 8 der städtischen Gemeindeordnung. Gemäss der städtischen Eignerstrategie ist Energie Wasser Bern eine Hauptakteurin bei der Umsetzung des Richtplans Energie und der Energie- und Klimastrategie der Stadt Bern. Das Unternehmen wird gemäss Artikel 25 Absatz 6 ewb-Reglement verpflichtet, mindestens 10 Prozent des an die Stadt Bern auszuschüttenden Beitrags zurückzubehalten und zugunsten der Förderung von erneuerbaren Energien einzusetzen. Hierfür wurde der Ökofonds geschaffen. Der Gemeinderat hat im vergangenen Jahr im Übrigen entschieden, im Rahmen der Gewinnverwendung jeweils zu prüfen, ob anstelle der variablen Gewinnablieferung des Energieversorgers an die Stadt Bern dem Ökofonds zusätzliche, mit einer spezifischen Zweckbestimmung versehene Mittel zugewiesen werden sollen. Dies ist im Berichtsjahr erstmals aus der variablen Gewinnablieferung für das Geschäftsjahr 2019 erfolgt.

Mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln werden Projekte gefördert, die durch ihre Wirkung mithelfen, die Lebensbedingungen für Mensch und Tier positiv zu beeinflussen. Die Eignerstrategie verlangt, dass die Fördergelder für Kundinnen und Kunden in der Stadt Bern wie auch für Anlagen im Besitz von Energie Wasser Bern einzusetzen sind.


ewb.ch/oekofonds

Die Fondskommission

Die eingereichten Projekte werden durch die Mitglieder der Ökofondskommission beurteilt. Gemäss der gültigen Verordnung setzt sich diese aus zwei externen Fachpersonen sowie drei Mitarbeitenden von Energie Wasser Bern zusammen. Der Kommission gehören per 31. Dezember 2020 folgende Personen an:

Funktion Name
Präsident Urs Frieden, Kommunikationsberater und ehemaliger Berner Stadtratspräsident
Mitglieder Adrian Stiefel, Leiter Amt für Umweltschutz der Stadt Bern
Daniel Neuhaus, Leiter Marketing & Verkauf und Mitglied der Geschäftsleitung von Energie Wasser Bern
Martin Moser, Leiter Finanzen & Services und Mitglied der Geschäftsleitung von Energie Wasser Bern
Thomas Friederich, Leiter Energieberatung von Energie Wasser Bern
Sekretariat Noëlle Frey, Fachspezialistin und Bereichsassistentin von Energie Wasser Bern

Jahresrechnung

Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln konnte die Ökofondskommission bis heute den Bau von rund 1’988 Anlagen finanziell unterstützen. Die mit Geldern aus dem Ökofonds geförderten Projekte reduzierten den CO2-Ausstoss um rund 48’500 Tonnen pro Jahr. Über die zu erwartende Lebensdauer der Anlagen werden somit rund 680’000 Tonnen weniger CO2 in die Umwelt ausgestossen.

Der Gemeinderat informierte die Ökofondskommission im Mai 2020 über die ausserordentliche Auszahlung aus der variablen Gewinnausschüttung 2019. Diese Mittel werden zu je 50 Prozent für die Projekte «Beschleunigung Ausbau Fernwärme» und «Umstellung der Buslinien von BERNMOBIL auf elektrischen Antrieb» eingesetzt. Mit der Hälfte des für den Fernwärmeausbau vorgesehenen Betrags wurde der Bau der Quartierzentrale Holligen Nord mitfinanziert. Dadurch können in den nächsten Jahren rund 90 zusätzliche Kunden (private Hausbesitzer, Genossenschaften, öffentliche Hand, Firmen und Grossverbraucher) im Quartier etappenweise ans Fernwärmenetz angeschlossen werden.

Jahresrechnung CHF
Einlagen aus den Jahresabschlüssen 2002 bis 2018 53’964’182
Einlage aus dem Geschäftsabschluss 2019 2’257’000
Einlage aus variabler Gewinn­ausschüttung 2019 4’115’000
Total Einlagen 60’336’182
Bewilligte Projektbeiträge bis 31.12.2019 49’696’275
Bewilligte Projektbeiträge 2020 3’871’980
Total Projektbeiträge bis 31.12.2020 53’568’255
Bewilligte Projektbeiträge für das Jahr 2021 und folgende 2’730’760
Bewilligte Projektkredite CHF
Förderung erneuerbare Energie 26’262’239
Förderung Energieeffizienz 23’817’680
Förderung Erdgas/Biogas als Treibstoff 3’488’099
Kommunikations­massnahmen und -kampagnen 2’730’997

Klimaschonend heizen

Mit standardisierten Förderprogrammen tragen der Ökofonds und Energie Wasser Bern aktiv zur Zielerreichung der Energie- und Klimastrategie der Stadt Bern bei. Hauseigentümerinnen und -eigentümer, die ihr Heizsystem gemäss dem Richtplan Energie erneuern und die definierten Voraussetzungen erfüllen, können auf Unterstützung zählen.

Nah- oder Fernwärme

Das Förderprogramm «Nah- oder Fernwärme» unterstützt in der Stadt Bern Anschlüsse an ein Nah- oder Fernwärmenetz, die einen Anteil an erneuerbarer Energie von mindestens 70 Prozent anstreben.

Übergangslösung Heizungsersatz

Kann der Anschluss durch den Netzbetreiber nicht unmittelbar, sondern erst während der kommenden fünf Jahre realisiert werden, dann gewährleistet das Förderprogramm «Übergangslösung Heizungsersatz» die Versorgungssicherheit bis zum Zeitpunkt des Anschlusses an das Nah- oder Fernwärmenetz.

Wärmepumpe

In Gebieten, in denen längerfristig kein Nah- oder Fernwärmenetz geplant ist oder der Richtplan Energie den Einsatz einer Wärmepumpe empfiehlt, können Liegenschaftsbesitzerinnen und -besitzer beim Ersatz ihrer alten fossilen Heizungsanlage durch eine Wärmepumpe das Förderprogramm «Wärmepumpe» beanspruchen.

Mehrwert Biogas

Vom Förderprogramm «Mehrwert Biogas» profitieren Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, die nach dem Ersatz ihrer alten fossilen Heizungsanlage durch eine moderne Erdgasheizung den Biogasanteil für mindestens fünf Jahre auf 50 Prozent erhöhen. Nicht unterstützt werden entsprechende Vorhaben, falls in den nächsten fünf Jahren ein Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz möglich ist.

Einzelgesuche

Werden fossile Heizungsanlagen oder elektrische Widerstandsheizungen durch eine Holzheizung oder ein sonstiges mit erneuerbarer Energie betriebenes Heizsystem ersetzt, so kann beim Ökofonds ein Einzelgesuch für einen individuellen Förderbeitrag gestellt werden.

Sonnenkollektoranlagen

Wird das Heizsystem mit einer thermischen Solaranlage für das Brauchwarmwasser oder die Erstellung von Komfortwärme ergänzt, können die erwähnten Unterstützungsangebote mit dem Förderprogramm «Sonnenkollektoranlagen» erweitert werden.

Die Mitglieder der Ökofondskommission sind überzeugt, dass die Förderprogramme im Bereich der Heizungssanierung einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen und klimaschonenden Wärmeversorgung der Stadt Bern leisten.


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