Mit einem Rap­pen viel be­wir­ken

Pro verkaufte Kilowattstunde Ökostrom überweist Energie Wasser Bern einen Rappen in den Ökofonds naturemade. Dieses Geld kommt direkt der Natur und der Umwelt zugute: In Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen finanziert der Fonds Projekte zur ökologischen Aufwertung in der Region.

Mit dem Ökofonds naturemade engagiert sich Energie Wasser Bern für die Förderung der Artenvielfalt und den Schutz der Lebensräume von Tieren und Pflanzen in der Region. Entscheiden sich Kundinnen und Kunden für naturemade-star-zertifizierten Ökostrom, unterstützen sie dieses Engagement mit einem Rappen pro verbrauchte Kilowattstunde.

Das Lenkungsgremium

Energie Wasser Bern verwaltet den Ökofonds naturemade, verantwortet die Fondsgelder sowie die damit getroffenen Massnahmen und deren Ausführung gegenüber dem Verein für umweltgerechte Energie (VUE). Zur Steuerung setzt der Energieversorger ein Lenkungsgremium ein, das aus Partnern der Organisation Pro Natura Bern, dem Fischereiinspektorat des Kantons Bern und dem Tiefbauamt der Stadt Bern besteht. Das fünfköpfige Gremium wird fachlich durch die Wasser Fisch Natur AG (WFN) Bern unterstützt. Es trifft sich mehrmals pro Jahr, um Beitragsgesuche zu behandeln, laufende Projekte zu besprechen sowie deren Kosten und Wirkung zu überprüfen. Im Weiteren leistet das Gremium Öffentlichkeitsarbeit, genehmigt den Tätigkeitsbericht und orientiert den VUE jährlich über die realisierten Projekte.

Perimeter und Beurteilungskriterien

Der Projektperimeter umfasst primär das Konzessionsgebiet von Energie Wasser Bern, die stadtnahe Umgebung sowie das Berner Mittelland, das Emmental und das Aaretal. Vereinzelt werden auch Vorhaben ausserhalb dieses Perimeters unterstützt. Die Massnahmen werden jedoch immer mit dem örtlich zuständigen Ökofonds oder dem VUE abgestimmt. Damit ein finanzieller Förderbeitrag gesprochen wird, müssen Gesuche bestimmte Kriterien erfüllen: Unterstützt werden Konzepte, die neue Lebensräume nach ökologischen Prinzipien schaffen, Gebiete ökologisch aufwerten oder aber pflegerische Massnahmen wie beispielsweise die Neophytenbekämpfung bei einer Gewässer- oder Moorrenaturierung oder die Algenentfernung nach einem Weiherbau für die Vollendung eines Projekts vorsehen. Dagegen finanziert der Ökofonds naturemade keine wiederkehrenden Unterhalts- oder Pflegemassnahmen.

Die Aare bei Bern

Geschieberückgabe schafft wertvollen Lebensraum

Ein Beispiel für ein erfolgreich umgesetztes Projekt ist die Geschieberückgabe in der Aare. Als Geschiebe werden die von einem Fliessgewässer mitgeführten Feststoffe wie Kies und Sand bezeichnet. Diese erfüllen zahlreiche wichtige Funktionen: Sie ersetzen durch Hochwasser erodiertes Material und sorgen für eine regelmässige Erneuerung von Kiesbänken und Grundmaterialien. Dadurch entstehen Laichsubstrat, an dem Fische ihre Eier heften können, sowie Lebensraum und Futterquellen für viele Wasserbewohner.

Gewinn für Mensch und Natur

Der Geschiebehaushalt der Aare unterhalb von Bern wird stark durch das Stauwehr Engehalde beeinflusst. Das Geschiebe lagert sich in dessen Rückstaubereich ab, was zu einer Verschärfung der Hochwassergefahr im Mattequartier in Bern führte. Nebst baulichen Massnahmen zum Hochwasserschutz wird der Kies im Schwellenmätteli deshalb periodisch ausgebaggert. Dadurch gelangt kaum noch Geschiebe in den Bereich der Engehalbinsel. Das verhindert, dass sich dort eine lebendige Fluss- und Auenlandschaft sowie vielfältige Strukturen und Strömungsmuster bilden können.

Um dem entgegenzuwirken, wird auf Anregung des Fischereiinspektorats des Kantons Bern und mit der Unterstützung des Ökofonds naturemade ein Teil des entnommenen Geschiebes beim Wylerwald und oberhalb der ARA Worblental an die Aare zurückgegeben. Die dadurch entstandenen Kiesbänke sind nicht nur ein attraktiver Erholungsraum für die Bevölkerung, sondern bieten gleichzeitig auch fruchtbaren Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten.

Massnahmen zeigen Wirkung

Der Ökofonds naturemade lässt periodisch von externen Partnern überprüfen, ob getroffene Massnahmen den gewünschten Effekt erzielen. 2016 wurden der Aare rund 4’400 Kubikmeter und 2018 rund 2’800 Kubikmeter Geschiebe zurückgegeben. Das Material wurde jeweils schon im ersten Jahr nach der Rückgabe fast vollständig erodiert und weitertransportiert. Eine Referenzstrecke ohne Kiesrückgabe zeigte keinerlei Zunahme an ökologischen Strukturen. Dementsprechend ist es naheliegend, dass die Massnahmen in der Aare die Strukturvielfalt begünstigen und neue Lebensräume schaffen.


ewb.ch/oekofonds